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Dienstag, 3. Februar 2015

Make'n'Break Party ***(*)

Wenn ein Spiel es schafft, in der Silversternacht um halb drei auf den Tisch zu kommen, ist eigentlich alles gesagt. Aber auch zu normalen Zeiten und in nicht-Feierlaune kann es überzeugen...
Dabei bleibt das Spiel der M'n'B - Grundidee treu: verschiedene Gebilde zu Kartenvorgaben nachbauen: es gibt stehende Gebäude, liegende Gesichter und Begriffe. In dieser Version ist es aber so, daß die Bedingungen erschwert sind. Je nach betretenem Feld muß der aktive Spieler eines Teams das Gebilde nach mündlicher Beschreibung bauen oder es gibt Tabu-Wörter für die Beschreibung,  der aktive Spieler muß mit verbundenen Augen bauen oder es sind nur Geräusche und Gesten erlaubt. Ein gegnerisches Team kontrolliert das Ganze. Klar, daß das ganze unter Zeitdruck geschieht. Netterweise ist die Zeit je nach Aufgabe unterschiedlich,schließlich sind die Aufgaben auch unterschiedlich schwer.
M'n'B Party ist ein Riesenspaß, egal in welcher Kategorie gerade gespielt wird. Besonders bei den Tabu-Wörtnern muß man höllisch aufpassen, oft sind es nämlich Allerweltswörter, die man nicht verwenden darf.
 

Von Arneo Steinwender und Wilfried Lepuschitz für 3-9 Spieler ab 10 Jahren. Verlag: Ravensburger

Sonntag, 15. Juni 2014

Tzolk'in *****

Von diesem Spiel war ich beim ersten Anblick sofort fasziniert. Auf dem Spielplan befinden sich sechs ineinander greifende Zahnräder, auf denen Spielfiguren stehen. Jeder „Zahn“ zeigt auf eine Aktion und da sich die Räder in jeder Runde einen Schritt weiterdrehen, können die Spielfiguren immer wieder neue Aktionen ausführen. Eine herrliche Spielerei, nicht wahr? Gut, man muß die Figuren vom Plan nehmen, wenn man Aktionen ausführen will, aber man kann sie ja wieder von neuem einsetzen. Je länger man seine Figuren aber stehen läßt, desto besser werden die Aktionen. Schließlich wollen Monumente und Gebäude gebaut, Technologien entwickelt und Tempel besucht werden. Man muß im wahrsten Sinne des Wortes an ziemlich vielen Rädchen drehen, um in einer Partie bestehen zu können, Spielfehler rächen sich sofort; dennoch, oder gerade deswegen, reizt das Spiel immer wieder von neuem. 
Die Erweiterung "Stämme & Prophezeiungen" bringt einige interessante Aspekte mit hinein.Wem das Spiel zu hart daherkommt, könnte sich mit dem Modul "Stämme" anfreunden. Dort erhält man Vorteile, die man während des Spiels nutzen kann: Maisverschwender und solche, die mehr Arbeiter brauchen, können sich freuen. Die "Prophezeiungen" locken mit zusätzlichen Siegpunkten, birgen aber die Gefahr von Minuspunkten, wenn man sich nicht darum kümmert. In der Erweiterung befinden sich neben dem Material für einen 5. Spieler u.a. die "Schnellaktionsplättchen". Sie können sehr hilfreich sein, da sie die Möglichkeit bieten Aktionen auch dann auszuführen, wenn das entsprechende Feld in einer Stadt bereits besetzt ist; sie können auch bei weniger als 5 Spielern eingesetzt werden. Und ja, natürlich gibt es auch neue Farmen und Gebäude, Renovierungen sind jetzt auch möglich: man reißt ältere Gebäude ein, um die Kosten auf ein neues Gebäude "anzurechnen".
Schon jetzt eines meiner Lieblingsspiele, obwohl es wie gesagt sehr fehlerintolerant ist. Die Rädchen sind einfach zu schön...:-)



Von  Simone Luciani und Daniele Tascini für 2-4 (5) Spieler ab 13 Jahren. Verlag: Czech Games Edition / Heidelberger Spieleverlag

Donnerstag, 15. Mai 2014

Qwixx ****

Es klingt erst einmal unspektakulär: würfeln, ankreuzen, Punkte machen. Aber beim genaueren Hinsehen gibt es diese kleinen Unterschiede zu anderen Spielen, die Qwixx zu Qwixx machen...
Jeder Spieler erhält einen Block, auf dem er 4 Zahlenreihen von 2 bis 12 findet, von denen je 2 aufsteigend und absteigend abgedruckt sind; jede Reihe hat ihre eigene Farbe (rot, gelb, grün, blau). Diese Farben finden ihre Entsprechung in den Würfeln. Zusammen mit 2 weißen Würfeln würfelt ein Spieler, das ist die erste Aktion eines Zuges. Jetzt sagt er laut die Summer der beiden weißen Würfel an. Diese Zahl kann jeder Spieler auf einer seiner Reihen ankreuzen, solange er immer rechts von seinen anderen Kreuzen in dieser Reihe bleibt. Zuätzlich darf der aktive Spieler, die Summe eines weißen und eines farbigen Würfels in der farblich passenden Reihe ankreuzen. Kann man einem Ankreuzen nicht widerstehen, zieht das vielleicht Unbill nach sich; denn wenn man nichts ankreuzen kann, hagelt es Minuspunkte. Pluspunkte gibt es am Ende für die Anzahl der Kreuze in den einzelnen Reihen und für das Schließen einer Reihe. Die Schließung gilt gemeinerweise für alle Spieler und man kann sie nur durchführen, wenn man mind. 5 Kreuze hat und die letzte Zahl der Reihe (2 oder 12) ankreuzen konnte.
Der Mix aus Taktik und Glück bringt den Reiz im Spiel. Soll ich den Spatz in der Hand nehmen? Ist die Taube nachher noch da? Jeder ist immer am Spiel beteiligt, weil die weißen Würfel für alle gelten. So gibt es keine langen Wartezeiten. Bei 15-20 Minuten Spieldauer wäre das auch seltsam...:-)




Von Steffen Benndorf für 2-5 Spieler ab 8 Jahren. verlag: Nürnberger Spielkarten Verlag

Dienstag, 25. März 2014

Il Vecchio ****

Ist es nicht herrlich? Wir treffen in einigen Städten auf Mittelsmänner, die uns helfen Plättchen zu sammeln, wir können Ämter in Florenz übernehmen, uns in den Provinzen engagieren, neue Familienmitglieder herbeirufen oder erschöpfte Familienmitglieder wieder zum Weitermachen ermuntern! Zumindest dürfen wir das im Florenz des 15. Jahrhunderts tun, genauer gesagt im Spiel „Il Vecchio“. Und schon sind wir mittendrin im Spiel...man merkt gleich: das Spiel lebt vom Dilemma („was soll ich tun?“) und vom Gespür für den richtigen Zeitpunkt („wann soll ich es tun?“) . Man kann durchaus verschiedene Strategien fahren, wobei eine Mischstrategie mit sehr gutem Timing nach einer Garantie für einen vorderen Platz aussieht. Sensationell neu sind die Mechanismen nicht, allerdings sind es hier und da Kleinigkeiten, die ein schönes und ungewohntes Spielgefühl münden: um eine Aktion an einem Ort auszuführen, muß dort ein Mittelsmann stehen. Nach Ausführen der Aktion wandert er weiter, so daß man seine Züge durchaus planen kann und muß. Die Züge der Mitspieler muß man aber auch mit in die eigenen Überlegungen einbeziehen, da jeder die Mittelsmäner nutzen kann. Familienmitglieder (=Spielfiguren), die eine Aktion durchgeführt haben, sind erschöpft und werden erst wieder aktiv, wenn man Aktion Erholung wählt. Am Ende zählen aber nur die Punkte und die kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen: aus den Provinzen, über Adelsplättchen aus Florenz und über Mehrheiten (auf den Leisten in Florenz und den Provinzen). Il Vecchio ist ein kurzweiliges Spiel mit wenig Wartezeiten, so daß es auch für Familien geeignet ist. Aber auch Vielspieler finden genügend Spielraum, um sich in 70 Minuten auszutoben.




Von Rüdiger Dorn für 2-4 Spieler ab 12 Jahren,Verlag: Hall Games / Pegasus Spiele