Mittwoch, 19. Oktober 2016

Mysterium ***

Im Herrenhaus der Warwicks geht ein Geist um: der Geist des ermordeten Hausdieners. Rastlos setzt er alles daran, seinen Mörder endlich zu enttarnen. Da er aber nicht einfach sprechen kann, gibt er den Teilnehmern einer Séance Hinweise in Form von Bildkarten.
Bis zu 7 Spieler können sich daran versuchen, wobei ein Spieler den Geist spielt. Die Spieler, hier Spiritisten genannt, müssen sowohl den Täter, den Ort des Verbrechens und die Mordwaffe herausfinden. Zu Beginn dreht sich alles um eine Rekunstruktion der Tatnacht, ganz konkret um die Personen. Der Geist gibt jedem einzelnen Spieler eine Hinweiskarte, die ihn zu einer ausliegenden Personenkarte führen soll (welche Person zu welchem Spieler gehört, hat der Geist hinter sienem Sichtschirm festgehalten).

Das ist nicht immer ganz einfach, weil der Geist nichts dazu sagen darf und jeder eine Karte verschieden interpretieren kann. Die Spieler können aber miteinander sprechen und die Chance erhöhen, daß der Gedankengang des Geistes nachvollzogen werden kann und so eine richtige Zuordnung zu einer Personenkarte erfolgt.
Wer richtig zugeordnet hat, darf sich fortan um die nächste Stufe (Tatort bzw. Tatwaffe) kümmern. Das Prinzip bleibt dabei das Gleiche: der Geist gibt Hinweise in Form von Bildkarten.
Nicht zu unterschätzen sind die Hellsicht-Marker. Die Spieler können sie zu den Zuordnungen der Mitspieler legen, wenn sie sich sicher sind, daß diese Zuordnungen falsch bzw. richtig sind. Haben sie richtig "hellgesehen", bringt das Vorteile für die finale Vision.

Die finale Vision wird vom Geist zusammengestellt und beinhaltet eine Person, einen Ort und eine Tatwaffe. Wenn man viele Punkte man durch Hellsichtmarker erspielt hat, sieht man mehr Karten der Vision und muß nicht komplett im Nebel herumstochern. Alle Spieler geben ihren Tipp und gewinnen gemeinsam das Spiel, wenn sich eine Mehrheit für die richtigen Karten der finalen Vision ergibt. Falls nicht, haben die Spieler leider verloren.

An Mysterium werden sich die Geister scheiden. Wer Dixit schon nicht mag, wird auch Mysterium nicht mögen. Wenn man sich auf das Spiel einläßt und es als lockeren Zeitvertreib ansieht, kann ein paar schöne Stunden erleben. Das Material ist ausgezeichnet, die Spielregel aber bisweilen verwirrend und mit interessanten Wortschöpfungen gespickt ("Hellsichtmarker"). Es empfiehlt sich, sich die Spielregel vor der Partie durchzulesen, um zügig losspielen zu können. Zu Dritt sollte man aber auf jeden Fall sein; ab vier Spielern kommen die Diskussion aber erst richtig zum Tragen. Mir gefällt das Spiel und ich werde es sicher noch ein paar Mal spielen.

Von Oleksandr Neviskiy und Oleg Sidorenko für 2-7 Spieler ab 10 Jahren. Verlag: Libellud/Asmodee

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